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Nachhaltigkeit

Erntehelfer – derzeit viel besprochen, aber was wissen wir wirklich darüber?

Insider-Gedanken und Fakten mit der Bitte um Diskurs.

Ich schreibe heute diesen Beitrag als freiberuflich Tätige für einen Gemüsebetrieb, als ehemalige Mitarbeiterin eines Familienweinguts, langjährige Berufstätige in der Lebensmittelbranche und Gastrosophin. Es geht also in diesem Beitrag nicht um Theorie oder eine Schreibtischrecherche. Es geht um Fakten aus der aktuellen Praxis rund um das Thema Erntehelfer.

Was mich persönlich an diesem Thema beschäftigt, ist der Gesamtzusammenhang. Ich bin Mitten in der Erarbeitung und Recherche einer Gesamtbetrachtung von der Geschichte der Erntehelfer in Österreich bzw. Mitteleuropa über die strukturelle Entwicklung der Gemüselandwirtschaft bis zur Preisbildung und Wertigkeit von Lebensmitteln.

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Eingeackerter Spargel, verfaulende Erdbeeren …

Trotz viel Idealismus und Hilfsbereitschaft unabwendbar?

Mit diesem Beitrag möchte ich einen ersten Überblick über die aktuelle Lage geben, wie ich sie in meiner derzeitigen Tätigkeit erlebe. Gleichzeitig will ich euch damit einladen mir eure Sicht der Dinge mitzuteilen, mit mir in Austausch und Diskurs zu treten. Ich möchte viele verschiedene und kontroversielle Sichtweisen kennenlernen und Antworten auf zahlreiche Fragen und Zusammenhänge finden.

Beginnen wir also mit einer Erklärung zur aktuellen Faktenlage aus meiner Sicht.

Rund 7.000 Freiwillige haben sich auf der Plattform dielebensmittelhelfer.at registriert und wollen der heimischen Landwirtschaft helfen. Bis zu 15.000 Saisoniers aus Rumänien, Polen, der Ukraine und anderen Ländern fehlen heuer, da sie corona-bedingt nicht nach Österreich reisen dürfen. Fast jeder größere Gemüsebauer hat außerdem über eigenen Websites angefangen Helferinnen und Helfer zu suchen. Die Resonanz ist auch dabei groß und auf den ersten Blick wirkt das alles erfreulich. Die Realität zeigt aber ganz schnell ein anderes Gesicht. Es ist eine Tatsache, dass gut gemeint noch lange nicht gut geholfen ist.

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Regional ist niemals die kleine Schwester von Bio

„Bei uns gibt es keine Monokulturen. Die österreichischen Bauern arbeiten eh alle umweltschonend. Wir haben doch ÖPUL und die gute landwirtschaftliche Praxis.“ Solche Aussagen hört man in Österreich immer wieder, wenn es darum geht zu begründen, warum jemand meint es wäre nicht nötig Bio zu kaufen oder zu verwenden – regional wäre auch ökologisch genug.

Leider stimmt das nicht. Nur wer Bio verwendet, kann sich darauf verlassen, dass ein Minimum an Öko-Standards eingehalten wird und wirklich naturnah gearbeitet wird – also z.B. keine chemisch-synthetischen Spritzmittel verwendet werden und keine mineralischen Düngemittel (Kunstdünger). Viel zu oft spricht man bei Ökologie über Transportkilometer statt über die großen Schäden, die durch die Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden und Kunstdünger entstehen.

Was Sie über Pestizide bzw. Pflanzenschutz wissen sollten.

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Jetzt mal ehrlich

Warum für Klimaschutz die Landwirtschaft ändern?
So schlimm sind doch unsere Methoden nicht, oder?

Also 5 vor 12 sollten wir endlich die wesentlichen Kriterien für Klimaschutz ehrlich beim Namen nennen und nichts mehr mit statistischen Rechenkünsten beschönigen. Die globale Landwirtschaft ist mit ca. 24% der 2. größte Emittent von Treibhausgasen, nach dem Energiesektor. Das ist die Wahrheit, auch wenn viele offizielle Statistiken uns z.B. für Österreich und Deutschland etwas anderes erklären. Warum EU-Länder niedrigere Zahlen vorweisen können? Ganz einfach: in europäischen Ländern werden aufgrund von EU Richtlinien die Emissionen ohne Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (land use, land use change and forestry – LULUCF) ausgewiesen.

Unterschiedliche Berechnungsmodelle können die Tatsachen auch nicht ändern. Eine Agrarwende ist unpopulär aber dringend notwendig.

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Nemo, Dorie und 35 ihrer Freunde gerettet

Bei meinem täglichen Strandspaziergang habe ich es mir angewöhnt, einen Handschuh und einen Müllsack eingesteckt zu haben. Ja, ich gestehe es – ich gehöre zu den Müllsammlern an der Küste. Warum? Weil ich die täglichen Meldungen über den Tod tausender Fische und Meeresvögel mit Plastik in ihren Mägen nicht einfach tatenlos hinnehmen will.

Plastikteilchen und Zigarettenfilter töten Meerestiere

Und zum Plastik hat sich vor Kurzem noch eine Meldung in den Medien breit gemacht, die eigentlich auf „alten“ Studien beruht, aber durch einen aktuellen Verbotsantrag plötzlich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangte: die Gefahr von Zigarettenfiltern.

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Gesund essen und Klimaziele erreichen

In Oslo wurde am 17. Jänner ein bahnbrechendes Forschungsprojekt präsentiert, das erstmals die unmittelbaren Zusammenhänge von menschlicher Gesundheit, Ernährung und Klimaschutz aufzeigt. 37 namhafte internationale Expertinnen und Experten formulierten als sogenannte EAT Lancet Kommission erstmals wissenschaftliche Ziele für eine gesunde Ernährung und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion. Ziel der dreijährigen interdisziplinären Forschung war es, folgende Frage zu beantworten:

Kann es für eine zukünftige Bevölkerung von 10 Milliarden Menschen eine gesunde Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen geben?

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Wie man ein Huhn filetiert

... und warum man ein ganzes Huhn verarbeiten sollte!
Sechs Monate keine Zeile! Aber die Lebensmittelwelt ist nicht so nachhaltig geworden, dass es keine Anregungen und kritischen Betrachtungen mehr gäbe, über die es sich lohnt zu berichten. Ich überwinde also meine Schreibhemmung und wähle heute ein Thema das mir wirklich schon lange am Herzen liegt: ein ganzes Huhn zu filetieren. Wir sollten uns angewöhnen, wenn wir Fleisch essen, ganze Tiere zu verarbeiten. Das ist nachhaltiger, ökonomischer und auch sozial fairer.
Warum sozialer?

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